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(Lit) Diagnostizieren & Evaluieren in Bildungskont


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Beantwortung von Fragestellungen, die sich auf die Beschreibung, Klassifikation, Erklärung oder Vorhersage menschlichen Verhaltens und Erlebens beziehen
Psychologische Diagnostik (Schmitz-Atzest & Amelang, 2012) =
Erleben und Verhalten von Einzelnen oder Mehreren + relevante Bedingungen → Interpretation der Infos zur Beantwortung der Fragestellung
Psychologische Diagnostik: Informationserhebung
von psychologischem Wissen geleitet (Methoden wissenschaftl. Standards)
Das diagnostische Handeln wird…
pädagogischer, schulischer oder bildungspolitischer Charakter der Probleme; starke Orientierung auf Fragen der Veränderbarkeit
Besonderheiten pädagogisch-psychologische Diagnostik
3 Dimensionen unterschiedlicher Ziele: (1) Status- vs. Prozess-, (2) Selektions- vs. Modifikations-, (3) kriteriums- vs. normorientierte Diagnostik
Pawlik, 1982: Taxonomie diagnostischer Probleme
Ausprägung einer Eigenschaft zu einem bestimmten Zeitpunkt
Statusdiagnostik =
i.d.R. nicht direkt beobachtbar, mittelfristig zeitlich und situativ stabil
Statusdiagnostik: Merkmale
Untersuchung von Studienplatzbewerbern bezüglich der Eignung für ein bestimmtes Hochschulstudium
Statusdiagnostik: Bsp.
Beurteilung spontaner oder gezielt herbeigeführter Veränderungen über einen Zeitraum
Prozessdiagnostik =
Einzelfallanalysen, Veränderungsmessung
Prozessdiagnostik: Methoden
Veränderung sprachlicher Denkleistungen eines Schulkindes, das an einer Lese-Rechtschreib-Schwäche leidet, während des Therapieverlaufs
Prozessdiagnostik: Bsp.
Personen- vs. Bedingungsselektion
Selektionsdiagnostik
Auswahl geeigneter Kandidaten für die Zulassung zu Universitäten für Studiengänge, bei denen die Anzahl der Bewerber die Anzahl der vorhandenen Studienplätze deutlich übersteigt → Ziel: Nutzenmaximierung für Hochschule
Personenselektion: Bsp.
Berufsberatung: Ermittlung fachlicher Interessen und Kenntnisse zur Auswahl passender Bedingungen (Ausbildung, Studium) → Ziel: Nutzenmaximierung Klient
Bedingungsselektion: Bsp.
Modifikation des Verhaltens vordergründig
Modifikationsdiagnostik
Vergleich der individuellen Leistung mit einem definierten Kriterium
kriteriumsorientierte Diagnostik
Vergabe von Bildungszertifikaten (Unterschiede zw. Personen sind wenig relevant)
kriteriumsorientierte Diagnostik: Bsp.
inter- oder intrapersoneller Vergleich (z.B. mit Gleichaltrigen, mit anderen Merkmalen)
normorientierte Diagnostik
v.a. Bildungslaufbahn betreffende Entscheidungen (Einschulung, Lernbehinderung, Teilleistungsstörung, Verhaltensauffälligkeiten, Schulformzuordnung Sekundarstufe, Hochbegabung, Hochschulzugang, Berufsberatung, berufl. Weiterbildung)
Anwendung pädagogisch-psychologische Diagnostik
Beurteilung soziale, emotionale, motorische und kognitive Kompetenzen
Einschulungsdiagnostik
Kinder können Regelunterricht nicht hinreichend folgen; wissenschaftlich wenig präziser Begriff; betrifft ca. 2,5 % eines Geburtenjahrgangs
Lernbehinderung
im Gegensatz zu Lernbehinderungen auf Beeinträchtigungen in spezifischen Bereichen beschränkt → keine allg. Intelligenzminderung
Teilleistungsstörungen
Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten und Dyskalkulie
schwerwiegendste Teilleistungsstörungen
Störungsgruppen: (1) Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, (2) Störungen des Sozialverhalten, (3) emotionale Störungen des Kindesalters
Verhaltensauffälligkeiten
Aufmerksamkeitsdefizit- /Hyperaktivitätsstörung
ADHS =
im Kindesalter beginnend, leichte Ablenkbarkeit, geringes Konzentrations-/Aufmerksamkeitsvermögen, leichte Reizbarkeit; häufig mit Hyperaktivität kombiniert (motorische Unruhe, übermäßiger Bewegungsdrang
ADHS: Merkmale
ca. 3 bis 10% der Kinder, vorwiegend Jungen
ADHS: Betroffenheit
sich wiederholende und andauernde Muster mutwilligen dissozialen, aggressiven oder aufsässigen Verhaltens
Störungen des Sozialverhaltens =
hohe Komorbidität
ADHS & Störungen des Sozialverhaltens
Angst (durch i.Allg. ungefährliche Objekte), häufig kombiniert mit depressiver Stimmung → u. a. phobische Störungen, soziale Ängstlichkeit und Trennungsangst
Emotionale Störungen des Kindesalters =
Verhaltensbeobachtungen in schwierigen Situationen, Fremdbeurteilungen → i.d.R. Aufgabe von Erziehungsberatungsstellen
Verhaltensauffälligkeiten: Diagnostik
nicht direkt beobachtbarer Sachverhalt innerhalb einer wissenschaftlichen Theorie (gedanklich/theoretisch)
Konstrukt =
Parameter in einem mathematischen Modell → repräsentiert psycholog. Konstrukt, wird aus empirischen Daten erschlossen
latente Variable =
Indikator, beobachtbares Merkmal/Konstrukt, Operationalisierung der latenten Variable
manifeste Variable =
beruht auf einer möglichst präzisen Definition des psychologischen Konstrukts sowie einer inhaltlich motivierten Ableitung der manifesten Variablen (bzw. Indikatoren), mit denen individuelle Unterschiede oder intraindividuelle Veränderungen in diesem Konstrukt mithilfe des Messinstruments gemessen werden sollen
Operationalisierung latenter Variablen…
Erkennen einer Störung oder Krankheit anhand spezifischer Zeichen oder Symptome (aus Medizin)
Diagnose =
erwarteter oder vorhergesagter Verlauf einer Störung oder Krankheit
Prognose =
begründete Zuschreibung einer Eigenschaft zu einer bestimmten Beobachtungseinheit → wissenschaftlich, Kosten-Nutzen-Abwägung
Diagnostischer Prozess =
Problemanalyse, hypothesengetriebenen Informationsgewinnung, diagnostisches Urteil, Evaluation
Phasen des diagn. Prozesses
Objektivität, Reliabilität, Validität
Gütekriterien psycholog. Messverfahren
Grad, in dem Testergebnisse unabhängig vom Untersucher sind (Durchführung, Auswertung, Interpretation)
Objektivität =
Zuverlässigkeit (Stabilität, Äquivalenz, Inter-Item-Konsistenz)
Reliabilität =
Retest-Reliabilität; Effekte zw. zwei Testungen (Tageszeit, Stimmung, Wohlbefinden, Lern- und Gedächtniseffekte)?
Stabilität (Reliabilität) =
Paralleltest-Reliabilität; gleiche Ergebnisse bei unterschiedlichen Testformen?
Äquivalenz (Reliabilität) =
interne Konsistenz; messen die einzelnen Aufgaben das gleiche Konstrukt? (Bestimmung Cronbach‘s Alpha)
Inter-Item-Konsistenz (Reliabilität) =
Ausmaß, zu dem ein Test das misst, was er zu messen vorgibt
Validität =
aktuelle Normen, Kosten-Nutzen-Verhältnis
weitere Gütekriterien in pädagogisch-psychologischer Diagnostik
Einordnung von Merkmalsträgern in mind. 2 Kategorien; Verfahren ähnlich Medizin
klassifikatorische Diagnostik
falsch - negativ (Störung nicht klassifiziert), falsch - positiv (nicht vorhandene Störung diagnostiziert)
klassifikat. Diagnostik: FEHLER
Anteil gestörter Kinder in der Stichprobe
klassifikat. Diagnostik: BASISRATE/PRÄVALENZ
Anteil Kinder mit pos. Diagnose
klassifikat. Diagnostik: SELEKTIONSRATE
gibt an, wie viele Kinder korrekterweise als "gestört" diagnostiziert wurden
klassifikat. Diagnostik: SENSITIVITÄT des Tests
gibt an, wie viele Kinder korrekterweise als " nicht gestört" diagnostiziert wurden
klassifikat. Diagnostik: SPEZIFITÄT
Anteil korrekt klassifizierter Kinder
klassifikat. Diagnostik: EFFIZIENZ
Verhältnis Wahrscheinlichkeit pos. Ergebnis bei pos. vs. neg. Merkmalsausprägung
klassifikat. Diagnostik: RELATIVES RISIKO
Wettwahrscheinlichkeit; Wahrscheinlichkeit eines pos. Ergebnisses für best. Personengruppe (eng mit Relativen Risiko verbunden)
klassifikat. Diagnostik: ODDS-RATIO
Selbstbericht (Fragebogen, Interview; Lebensdaten), Tests (leistungsbezogenes Verhalten), Beobachtung (Verhaltensauffälligkeiten)
Diagnostik: Datenquellen
erhebliches Schulleistungsversagen (mind. 2 Schuljahre Rückstand) + erhebliche Lerndefizite (IQ<85)
Lernbehinderung =
Schulleistungsversagen (weniger schwerwiegend, IQ>84)
Lernstörung =
F81 ("umschriebene Entwicklungsstörung")
Lernstörung: ICD-10
Schulleistungsprobleme (diskrepant zur intellektuellen Befähigung); Schwierigkeiten in der Auseinandersetzung mit Lernanforderungen; langsames/schwaches Lernen
Lernschwierigkeiten =
langsam, wenig, schnelles Vergessen, wenig Transfer
Lernbehinderung: Lernen (Grünke, 2004)
metakognitive Prozesse/ Funktionen (z.B. Zielsetzung + -erreichung, Regulation,...)
exekutive Funktionen =
Shifting/Switching, Updating, Inhibion
Metakogn. Funktionen nach Miyake et al. (2000)
flexibler Aufmerksamkeits- und Aufgabenwechsel
Shifting/Switching (Miyake et al. 2000)
kontinuierliche Aktualisierung von Arbeitsgedächtnisrepräsentationen
Updating (Miyake et al. 2000)
Unterdrückung von vorschnellen/dominanten Reaktionen
Inhibition (Miyake et al. 2000)