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Die frühe Kindheit - Sehen, Denken & Tun (T6)


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Wahrnehmung
Der Prozess der Strukturierung & Interpretation sensorischer Informationen.
Sehschärfe (Visus)
Das Auflösungsvermögen beim Sehen von Testobjekten unterschiedlicher Größe in einer bestimmten Entfernung. (Volle Sehschärfe wird ab etwa 6 Jahren erreicht.)
Kontrastempfindlichkeit
Die Fähigkeit, Unterschiede zwischen den hellen & dunklen Bereichen eines optischen Musters zu erkennen. → Säuglinge & Kleinkinder besitzen eine schwache Kontrastempfindlichkeit.
Entwicklung der Gesichterwahrnehmung
Säuglinge sind von der Geburt an von Gesichtern angezogen (besonders das mütterliche). Im Laufe des 1. Lebensjahres entwickeln Kinder ein Gefühl für den Prototyp eines Gesichts & lernen zu unterscheiden. → Präferenz für: 1. Gesichter der eigenen Ethnie | 2. ...des eigenen Geschlechtes | 3. Attraktive Gesichter
Affengesichter
Mit 6 Monaten unterscheiden Kinder genauso gut/schlecht zwischen menschlichen & Affengesichtern, da ihr Prototyp eines menschlichen Gesichtes noch nicht detailliert genug ausgebildet ist.
Musterwahrnehmung
Analyse & Integration einzelner Elemente zu einem zusammenhängenden Muster. Bereits mit 7 Monaten können Säuglinge sog. Scheinkonturen erkennen (aktive Integration der separaten Elemente der Reizordnung zu einem Ganzen).
Objektwahrnehmung
Die Wahrnehmung von Objekten ist überaus stabil. Bei Bewegungen ändert sich zwar unser Netzhautabbild, dennoch nehmen wir eine konstante Form & Größe wahr → Größenkonstanz. | Wahrnehmungskonstanz: Die Wahrnehmung von Objekten in konstanter Größe, Form, Farbe, etc. trotz physikalischer Unterschiede des Netzhautbabbildes von diesem Objekt.
Empiristen zur Wahrnehmungskonstanz
Größen- & Formkonstanz entwickelt sich als Funktion der Erfahrung.
Nativisten zur Wahrnehmungskonstanz
Wahrnehmungsgesetze beruhen auf Eigenschaften des Nervensystems.
Objekttrennung
Die Identifikation einzelner Objekte in einer visuellen Szene.
Tiefenwahrnehmung
Prinzip der Objektausdehnung: Näher kommende Objekte gewinnen an Größe im visuellen Abbild & es wird mehr Hintergrund verdeckt. (Diese Fähigkeit besitzen Säuglinge bereits ab einem Alter von einem Monat. Frühgeborene zeigen bei einem solchen Cue ein verzögertes Entwicklungsmuster → Entscheidend für diese Fähigkeit: die REIFUNG & NICHT die zunehmende visuelle Erfahrung.
Binokulare Disparität
Der Unterschied zwischen den Bildern eines Objektes auf den Netzhäuten beider Augen, durch den zwei leicht abweichende Signalmuster von den Netzhäuten an den visuellen Kortex gesendet werden → Grundlage des räumlichen Sehens. Tritt mit etwa 4 Monaten recht plötzlich auf & ist im Allgemeinen binnen weniger Wochen voll entwickelt.
Monokulare Tiefenhinweise (Bildindikatoren)
Sie erzeugen auch räumliche Tiefe, wenn nur ein Auge betrachtet, z.B. durch die relative Größe (bereits bei 5-7 Monate alten Kindern vorhanden).
Intermodale Wahrnehmung
Die Kombination von Informationen aus zwei oder mehr Sinnessystemen. | Piaget: Zu Anfang sind die Sinnesmodalitäten getrennt. Erst nach ein paar Monaten beginnen Kinder damit, Assoziationen zu bilden. (Orale & visuelle Infos werden bereits früh integriert. Babys sind besondern empfänglich für die Beziehung zwischen menschlichen Gesichtern & Stimmen)
Wahrnehmungsverengung (perceptual narrowing)
Anpassungsprozess an die jeweilige Umwelt. Mit zunehmender Expertise durch Lernen verlieren Kinder die Fähigkeit, bei weniger vertrauten Anblicken/ Geräuschen Unterscheidungen zu treffen. Nach Beendigung einer sensiblen Lernphase werden nur noch bestimmte bedeutsame Reizqualitäten unterschieden.
Motorische Entwicklung
Zu Beginn: noch ungelenkte / unkoordinierte Bewegungen → neurologische Reife fehlt. | Die Entwicklung der Motorik ist stark abhängig von der Kultur, in der das Kind aufwächst → Manche fördern explizit, andere versuchen es hinauszuzögern.
(Frühkindliche) Reflexe
Angeborene Handlungsmuster, die als Reaktion auf eine bestimmte Stimulation auftreten (Greif-, Such-, Saug-, Schluckreflex). Reflexe, die bei der Geburt vorhanden sind, lassen Rückschlüsse auf das ZNS des Neugeborenen zu → evtl. Hinweis auf eine Hirnschädigung. | Die meisten frühkindlichen Reflexe verschwinden in einer festen zeitlichen Reihenfolge.
Meilensteine (der motorischen Entwicklung)
Kopf heben in Bauchlage (0-0,5M) | Aufgerichteter Brustkorb in Bauchlage, Hände abstützen (2-4M) | Selbstständiges Umdrehen (2-4,5M) | Gewicht mit den Beinen tragen (3-6M) | Eigenständiges Sitzen (4,5-7,5M) | Stehen mit Unterstützung (5-10M) | Kann sich allein hochziehen (6-10M) | An Möbeln entlang laufen (7-12,5M) | Alleine Stehen (10-14M) | Alleine Laufen (11-14M)
Die visuelle Klippe (Gibson & Walk 1960)
Zentrale Fragestellung: Können Kleinkinder Tiefe wahrnehmen? Vorrichtung besteht aus einer dicken Schicht Plexiglas. Ein Steg in der Mitte teilt den Untergrund in 2 Seiten. Ein kariertes Muster, das sich auf der einen Hälfte knapp unter dem Glas befindet, lässt es wie eine feste, sichere Fläche aussehen. Auf der anderen Seite befindet sich das Muster weit unterhalb der Glasplatte → Kinder im Alter von 6-14M überqueren nicht den tiefen Teil, selbst wenn Eltern sie auf der anderen Seite dazu ermutigen. → Beleg dafür, dass sie den Tiefenindikator der relativen Größe wahrnehmen & seine Bedeutung verstehen können.
Habituation
Ein bestimmter Reiz wird wiederholt dargeboten, bis die Reaktion des Kindes signifikant nachlässt. Dann wird ein neuartiger Reiz dargeboten → wenn sich die Reaktion wieder verstärkt, wird geschlossen, dass der Unterschied bemerkt wurde.
Klassisches Konditionieren
Eine Form des Lernens, bei der ein ursprünglich neutraler Reiz mit einem Reiz assoziiert wird, der immer eine bestimmte Reaktion auslöst. → alltäglicher Lernprozess (insbesondere bei emotionalen Reaktionen)
Operantes (instrumentelles) Konditionieren
Das Lernen der Beziehungen zwischen dem eigenen Verhalten & den daraus entstehenden Konsequenzen. | bereits bei 3 Monate alten Kindern möglich → Behaltensdauer & Variabilität der Anwendung der Konditionierung steigen mit dem Alter an.
Positive Verstärkung
Eine Belohnung, die verlässlich auf ein Verhalten folgt & die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass dieses Verhalten zukünftig wiederholt wird.
Beobachtungs- & Nachahmungslernen
Bereits bei Neugeborenen möglich. Mit 6M ist das Nachahmungsverhalten recht stabil → stetige Erweiterung. | Kleinkinder, die nachahmen, analysieren auch die Gründe für das Verhalten.
Spiegelneurone
Beleg: Die beobachteten Aktivierungsmuster, die bei Säuglingen durch das Beobachten einer Handlung ausgelöst werden, ähneln den Mustern, die ausgelöst werden, wenn der Säugling dieselbe Handlung ausführt.
Objektpermanenz
Annahme Piagets: Ein Säugling sucht nicht mehr nach einem Objekt, das aus seinem Sichtfeld verschwunden ist, weil dieser auch in dessen Bewusstsein nicht mehr existiert. → Beweis des Gegenteils von einer Vielzahl an Studien (Säuglinge greifen im Dunkeln).
Entwicklung physikalischen Wissens
Säuglinge entwickeln physikalisches Wissen Schritt für Schritt als Resultat ihrer Erfahrung. → Beobachtungs- & Nachahmungslernen
Entwicklung sozialen Wissens
Säuglinge lernen bereits früh, dass das Verhalten anderer zweck- & zielgerichtet ist. Sie bevorzugen außerdem bestimmte Individuen & Objekte aufgrund von deren Handlungen. Bereits mit 6M ist viel Wissen über das Verhalten von Menschen, sowie über den Zusammenhang zwischen Absichten & Zielen mit dem Verhalten vorhanden.
Methode der Blickpräferenz
[Robert Frantz] Unterschiedliche visuelle Reize werden auf 2 nebeneinander befindlichen Bildschirmen dargeboten. Beobachtet das Kind einen Reiz länger, wird darauf geschlossen, dass es einen Unterschied bemerkt & einen Reiz präferiert.
Erwartungsverletzungsparadigma
Verfahren zur Untersuchung des kindlichen Denkens: Kleinkindern wird ein Ereignis gezeigt, das Überraschung oder Interesse auslösen sollte, falls es dem widerspricht, was das Kind weiß oder für zutreffend hält. → So ein Ereignis sollte eine stärkere Reaktion (längere Blickzuwendung, veränderter Puls) hervorrufen, als ein mögliches oder mit dem Weltwissen konsistentes Ereignis.