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Die Theorie von Piaget (T2a)


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Kind als Wissenschaftler
Konstruktivistischer Ansatz: Kinder konstruieren ihr Wissen aktiv als Reaktion auf Erfahrungen (Hypothesenbilden, Experimentieren, Schlussfolgern)
Das aktive Kind
Kinder gestalten ihre Entwicklung aktiv durch ihre Handlungen mit & sind somit nicht nur von der Umwelt abhängig.
Das intrinsisch motivierte Kind
Kinder sind von sich selbst aus motiviert zu lernen - ohne, dass es dafür einer Belohnung bedarf. → Kinder wollen intrinsisch ihre Umwelt erschließen & verstehen.
Anlage & Umwelt in der Theorie
・Annahme, dass A&U bei der kognitiven Entwicklung zusammenspielen. |・Umwelt umfasst nicht bloß die Erziehung, sondern jede Erfahrung, die das Kind macht. |・Zur Anlage gehören: das reifende Gehirn & der reifende Körper, die Fähigkeit wahrzunehmen, zu handeln & aus der Erfahrung zu lernen & die Tendenz, einzelne Beobachtungen in einen Wissenszusammenhang zu integrieren.
Kontinuität / Diskontinuität in der Theorie
An der Entwicklung sind sowohl kontinuierliche, als auch diskontinuierliche Prozesse beteiligt. (die wichtigsten Quellen der Kontinuität: Assimilation, Akkommodation, Äquilibration)
Assimilation
Eingehende Information wird in bereits verstandene Konzepte eingefügt.
Akkomodation
Vorhandene Wissensstrukturen werden als Reaktion an neue Erfahrungen angepasst.
Äquilibration
Assimilation & Akkommodation werden ausbalanciert, um stabile Verstehensprozesse zu schaffen. (Einteilung in 3 Phasen)
1. Äquilibrium
Kinder sind mit ihrem Verständnis eines Phänomens zufrieden & sehen keine Diskrepanzen zwischen Beobachtungen & Verständnis.
2. Disäquilibrium
Kinder bemerken aufgrund neuer Informationen, dass ihr Verständnis unzureichend ist, haben jedoch noch keine bessere Alternative entwickelt.
3. Differenziertes Verständnis
Neue Verstehensstrukturen werden geschaffen & ein stabileres Äquilibrium ermöglicht.
Zentrale Eigenschaften der Theorie
・Qualitative Veränderung: Denken geschieht auf qualitativ unterschiedlichen Niveaus. |・Breite Anwendbarkeit: Art des Denkens auf einer Stufe betrifft unterschiedliche Kontexte. |・Kurze Übergangszeiten: Zwischen 2 Stufen durchlaufen Kinder eine kurze Übergangsphase, in der sie zwischen Stufen hin- & herschwanken. |・INVARIANTE ABFOLGE: Alle Kinder durchlaufen die Stufen in der gleichen Reihenfolge.
Die 4 Stadien der Theorie Piagets'
1. Sensomotorisches Stadium | 2. Präoperationales Stadium | 3. Konkret-operationales Stadium | 4. Formal-operationales Stadium
Sensomotorisches Stadium
[Geburt - 2 Jahre] Kinder entwickeln Intelligenz durch fühlen, tasten & generell über motorische Fähigkeiten. Sie erforschen auf diese Weise ihre Umwelt & lernen etwas über Gegenstände & Menschen.
Objektpermanenz
[Sensomotorisches S.] Bis zum Alter von 8 Monaten fehlt Kindern das Verständnis dafür, dass Objekte, auch wenn sie sich außerhalb des Wahrnehmungsfeldes befinden, weiterhin existieren.
Zeitlich verzögerte Nachahmung
[Sensomotorisches S.] Wiederholung des Verhaltens anderer Menschen zu einem deutlich späteren Zeitpunkt.
A-nicht-B-Suchfehler
[Sensomotorisches S.] Tendenz, dorthin zu greifen, wo ein Objekt zuletzt gefunden wurde, statt es dort zu suchen, wo es tatsächlich versteckt wurde. (Verschwindet mit etwa einem Jahr)
Präoperationales Stadium
[2-7 Jahre] Wichtigste Errungenschaft: die Entwicklung symbolischer Repräsentationen → Ein Gegenstand wird stellvertretend für einen anderen verwendet.
Egozentrismus
[Präoperationales S.] Die Welt wird ausschließlich vom eigenen Standpunkt aus wahrgenommen (Empathie = unmöglich). Kinder gehen bei Gesprächen davon aus, dass der Gesprächspartner über dasselbe Wissen verfügt wie sie selbst. (Nimmt im Verlauf des Stadiums immer mehr ab)
Zentrierung
[Präoperationales S.] Konzentration auf ein einzelnes, in der Wahrnehmung auffälliges Merkmal eines Objektes oder Ereignisses unter Ausschluss wichtiger, aber unauffälligerer Merkmale. (Beispiel: Invarianzkonzept)
Invarianzkonzept
[Präoperationales S.] Das Verändern der Erscheinung oder Anordnung von Objekten verändert nicht notwendigerweise die zentralen Eigenschaften. (Beispiele zur Erhaltung der Flüssigkeitsmenge, der festen Masse & der Zahl)
Konkret-operationales Stadium
[7-12 Jahre] Logisches Denken über konkrete Merkmale der Welt wird entwickelt. Die Ausrichtung der Aufmerksamkeit ist nun auf mehreren Dimensionen möglich, logische Denkprozesse sind jedoch auf konkrete Situationen beschränkt. Systematisches Denken & Schlussfolgern bleibt schwierig.
Ausführung (Pendelproblem)
Kinder erhalten ein Pendelgestell, eine Reihe von Schnüren unterschiedlicher Länge mit einer Schlinge an beiden Enden & unterschiedliche Metallgewichte, die sich anhängen lassen. Eine Schnur, an der ein Gewicht befestigt wurde, lässt sich nun in das Pendelgestell einhängen & zum Schwingen bringen.
Fragestellung (Pendelproblem)
Wovon hängt die Zeitdauer ab, die das Pendel für ein mal hin & her benötigt? → Länge der Schnur, Schwere des Gewichts, Höhe des Loslassens oder einer Kombination der Faktoren?
Ergebnis (Pendelproblem)
Kinder nehmen an, es hänge von den Gewichten ab. Ihre Vermutung überprüfen sie nicht strukturiert, sondern unsystematisch. Sie sind nicht fähig, alle möglichen Kombinationen der Variablen zu prüfen oder sich vorzustellen.
Formal-operationales Stadium
[ab 12 Jahren] Nun wird auch die Fähigkeit zum abstrakten Denken & hypothetischen Schlussfolgern beherrscht. Kinder prüfen das Pendelproblem systematisch. Dieses Stadium ist nicht universell (d.h. wird nicht von allen Jugendlichen erreicht). Es ist geprägt durch die Erkenntnis, dass die eigene Realität nur eine von vielen ist.
Bewertung & Bedeutung - für heute
+ Guter Überblick über das Denken von Kindern zu verschiedenen Zeitpunkten ihrer Entwicklung. | + Sehr einflussreicher Ansatz: plausible & attraktive Perspektive auf die Kinder, breites Spektrum von Entwicklungsbereichen.
Schwachpunkte der Theorie
- Das Modell stellt das Denken von Kindern konsistenter dar, als es ist. | - Tests waren z.T. schwierig → frühere / feinere Entwicklungsschritte in kognitiven Fähigkeiten wurden übersehen. | - Der Beitrag der sozialen Welt zur kognitiven Entwicklung wurde nicht stark genug gewichtet. | - Unschärfe hinsichtlich der Prozesse & Mechanismen zum | - Säuglinge / Kleinkinder sind kognitiv KOMPETENTER, als Piaget dachte.