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Psychoanalytische Theorie (T3a)


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Theorie der psychosexuellen Entwicklung
Bereits kleine Kinder besitzen eine Sexualität, welche ihr Verhalten & ihre Beziehungen zu anderen Menschen beeinflusst. Psychische Energie fokussiert sich in verschiedenen Entwicklungsphasen auf verschiedene erogene Zonen.
Psychische Energie
Gesamtheit der biologisch instinktiven Triebe, die Gedanken & Gefühle antreiben.
Entwicklungsphasen
In jeder dieser Phasen stoßen K. in Bezug auf eine bestimmte erogene Zone in Konflikt → Erfolg oder Misserfolg wirkt sich lebenslang auf die Entwicklung aus.
Lustprinzip
Ziel: schnellstmöglich maximale Befriedigung. Das ES wird von diesem Prinzip abgeleitet.
Realitätsprinzip
Ziel: das ES soll mit den Forderungen der Realität in Einklang gebracht werden. Das ICH sucht Wege dafür.
ES
・Biologische Triebe, mit denen ein Mensch auf die Welt kommt. |・Frühste & primitivste der 3 Persönlichkeitsstrukturen, die Freud postuliert. |・UNBEWUSST |・Bildet Quelle der psychischen Energie |・Wird vom Lustprinzip geleitet.
ICH
・Entsteht gegen Ende des 1. Jahres |・Erwächst aus der Notwendigkeit, die Konflikte zw. den ungezügelten Forderungen nach sofortiger Befriedigung des ES & den von der externen Welt auferlegten Einschränkungen zu versöhnen. |・Rational, logische & problemlösende Komponente der Persönlichkeit. → BEWUSST
ÜBER-ICH
・Verinnerlichte moralische Normen (Gewissen) |・Verhalten wird auf Grundlage von Überzeugungen getroffen |・Beruht auf INTERNALISIERUNG: Der Prozess der Übernahme der Eigenschaften, Überzeugungen & Normen einer anderen Person |・Vermeidung von Handlungen, die zu Schuldgefühlen führen
1. Phase - Orale Phase
・Hilfloser Säugling wird von Trieben beherrscht |・Befriedigung & Lust primär in oralen Aktivitäten |・ES wird entwickelt |・Beziehung: Mutter-Säugling → Quelle der Sicherheit ↔ Furcht vor Liebesverlust | Ende des 1. LJ.: ICH entsteht
2. Phase - Anale Phase
[Beginn im Verlauf des 2. LJ] |・Körperausscheidungen stellen die primäre Lustquelle dar |・Reifung ermöglicht die Entwicklung der Kontrolle einiger Körperprozesse (Urinieren & Darmentleerung) |・Spannungsabbau durch Stuhlgang |・Konflikt durch spezielle Anforderungen der Eltern an das Kind → Sauberkeit |・Impulse sollen kontrolliert & Befriedigung aufgeschoben werden
3. Phase - Phallische Phase
[3.-6. LJ] |・Sexueller Lustgewinn richtet sich primär auf die Genitalien |・Kinder identifizieren sich in dieser Phase mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil → Unterschiede in Einstellung & Verhalten entstehen |・ÜBER-ICH entsteht, um mit den sexuellen Wünschen umzugehen.
Ödipus-Komplex
Jungen entwickeln ein sexuelles Verlangen ihrer Mutter gegenüber & fürchten die Vergeltung des Vaters; dies wird dann verdrängt → INFANTILE AMNESIE (=Verlust der ersten LJ) & Verstärkung der Identifizierung mit dem Vater, Internalisierung seiner Werte, Überzeugungen & Einstellungen.
Elektra-Komplex
Mädchen entwickeln nicht akzeptable romantische Gefühle für den Vater & sehen die Mutter als Rivalin. → weniger intensiver Konflikt als bei Jungen.
4. Phase - Latenzphase
[6.-12. LJ] |・Sexuelle Energien werden zu sozial akzeptablen Handlungen kanalisiert |・Phase der Ruhe |・Innerliche Veränderungen bleiben verborgen.
5. Phase - Genitale Phase
[Beginn mit Eintreten der sexuellen Reifung]・Geschlechtsverkehr wird zu einem zentralen Ziel |・Sexuelle Energie, die unter Kontrolle gehalten wurde, kommt mit voller Kraft zur Geltung → richtet sich auf andere Menschen |・Im Idealfall: stark entwickeltes ICH + ÜBER-ICH: nicht zu stark & nicht zu schwach.
Verdrängung
Ödipus-Komplex wird als derart bedrohlich wahrgenommen, dass das ICH durch Verdrängung davor schützt & die gefährlichen Gefühle ins Unbewusste verbannt. → Infantile Amnesie
Fixierung
Bei Nicht-Befriedigung der grundlegenden Bedürfnisse einer psychosexuellen Phase → permanenter Versuch der Befriedigung des Bedürfnisses, sowie der begleitenden Fragen & Konflikte → dies passiert unbewusst & kommt auf direkte oder symbolische Weise zum Ausdruck
Bewusstseinsebenen
Bewusstsein, Unterbewusstsein, Unbewusstes
Bewusstsein & Unterbewusstsein
...sind die Bewusstseinsebenen des ICH & ÜBER-ICH. Unbewusste Inhalte können durch Aufmerksamkeit & Konzentration bewusst gemacht werden.
Unbewusstes
・Befriedigung & Motive grundlegender Triebe |・Angst- oder Schuldgefühle (können zu neurologischen Symptomen ohne erkennbarer physischer Ursache führen) |・ES |・Verdrängung verbannt „gefährliche Gefühle“ ins Unbewusste → angsterzeugende Gedanken & Impulse werden verborgen |・Fixierte unbefriedigte Bedürfnisse
Einfluss früher Erfahrungen auf die weitere Entwicklung
Nach Freud formt die Art, in der ein Kind die Phasen der psychosexuellen Entwicklung durchlaufen hat, die Persönlichkeit des Individuums ein Leben lang. → Nicht-Befriedigung der oralen Phase → Orale Ersatzhandlungen: übermäßiges Essen, Nägelkauen, Rauchen | Nicht-Befriedigung der analen Phase wegen sehr harter Sauberkeitserziehung → zwanghafte Ordentlichkeit oder Nachlässigkeit
Theorie der psychosozialen Entwicklung
ERIK H. ERIKSON - übernahm die Grundelemente der Theorie Freuds, bezog aber auch soziale Faktoren mit ein (z.B. kulturelle Einflüsse & aktuelle Fragen) → 8 postulierte Entwicklungsstufen
1. Urvertrauen vs. Misstrauen
[1. LJ] |・Entspricht der oralen Phase Freuds |・Wichtig & entscheidend in dieser Phase: Vertrauenswürdigkeit, Nähe, Fürsorge |・Wird die Fähigkeit, Vertrauen zu bilden nicht entwickelt, fällt es dem Individuum später schwer, enge Beziehungen aufzubauen.
2. Autonomie vs. Schamgefühl
[1-3,5 LJ] |・Wichtig & entscheidend: Aufbau des Autonomiegefühls & Erlernen der Selbstkontrolle, um sich Herausforderungen stellen zu können. |・Entscheidende Entwicklungsschritte in Sprache & motorischen Fähigkeiten → Möglichkeiten zur Erkundung der Umwelt |・Veränderte Familiendynamik: Kampf Eltern ↔ Kind um Freiraum → Eltern versuchen diesen einzuschränken & Verhaltensweisen beizubringen. |・Schwere Bestrafungen oder lächerlich machen führen zu einem generellen Schamgefühl.
3. Initiative vs. Schuldgefühl
[4-6 LJ] |・Kinder beginnen sich mit ihren Eltern zu identifizieren & möchten von ihnen lernen (Zielsetzung) |・entscheidend: Internalisierung der elterlichen Regeln & Normen & draus resultierende Schuld |・Erreichung einer Balance Initiative ↔ Schuld |・Bei übermäßiger Kontrolle/Bestrafung leidet die Selbtsschätzung des Kindes.
4. Werksinn vs. Minderwertigkeitsgefühl
[6-Pubertät] |・Entspricht Latenzphase |・Entscheidend für die ICH-Entwicklung |・Kinder beherrschen im Laufe dieser Phase kognitive & soziale Fähigkeiten, die für die Kultur von Bedeutung sind (Kooperation mit Gleichaltrigen) |・Erfolgserfahrungen führen zum Gefühl von Kompetenz, Misserfolge zu Minderwertigkeitsgefühlen.
5. Identität vs. Rollendiffusion
[Pubertät bis frühes Erwachsenenalter] |・Adoleszenz als entscheidende Phase, um Grundgefühle der Identität zu erlangen |・Körperliche Veränderungen & Entstehen sexueller Bedürfnisse gehen mit neuen sozialen Anforderungen & Zwängen einher |・Zwiespalt zwischen Identität als Kind & Möglichkeiten/Unsicherheiten der Zukunft |・Jugendliche müssen klären, welche Rolle sie als Erwachsene einnehmen möchten.
6. Intimität vs. Isolation
[Junges Erwachsenenalter] Freunde & Partner sind die wichtigsten Bezugspersonen dieser Phase, in der die Frage besteht, ob man zur Liebe in der Lage ist. Beschlossen ist sie, wenn eine Balance zwischen Isolation & Intimität gefunden wurde.
7. Generativität vs. Stagnation
[Mittleres Erwachsenenalter] Der eigene Haushalt & das Arbeitsumfeld sind hier wichtige Bezugspunkte. Die Person fragt sich nach dem, was & wie viel sie bereit ist in den einzelnen Lebensbereichen zu geben. Ist eine Balance zwischen Generativität & Stagnation geschaffen, ist diese Phase abgeschlossen.
8. Ich-Integrität vs. Verzweiflung
[Hohes Erwachsenenalter] Die Welt selbst dient als Bezug. Wichtig ist die Frage danach, ob das eigene Leben gut war. Gemeistert ist diese Phase, wenn die Person 'Weisheit' erlangt hat, also mit dem Tod Frieden schließen & das vergangene Leben als ein gutes annehmen kann.