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Ökologische Entwicklungstheorien (T3c)


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Ethologie
Die Forschung, welche die evolutionsbiologischen Grundlagen des Verhaltens untersucht. (z.B. Unterschiede in Spielpräferenzen von Jungen & Mädchen)
Prägung
Eine besondere Form des Lernens, die bei manchen Vogel- & Säugetierarten auftritt & insbesondere die Bindung an die Mutter unmittelbar nach der Geburt beeinflusst; bei der Bindungsprägung binden sich die Neugeborenen fest an die erwachsenen Vertreter ihrer Art (meist die Mutter) & folgen ihm überall hin. → Grundlage: genetische Prädisposition
Evolutionspsychologische Theorien
...sind eng mit der Ethologie verwandt & wenden Darwin'sche Konzepte der natürlichen Selektion & Anpassung (Adaption) auf das menschliche Verhalten an.
Theorie der elterlichen Investition
Eine Theorie, welche die evolutionäre Grundlage vieler Aspekte des elterlichen Verhaltens betont, einschließlich der umfangreichen Investitionen von Eltern in ihren Nachwuchs, damit die Gene der Eltern über ihren Nachwuchs an die folgenden Generationen weitergegeben werden.
Aschenputtel-Effekt
(auch Cinderella-Effekt) Stiefkinder werden im Vergleich zu leiblichen Kindern häufiger getötet, v.a. in sehr jungen Jahren.
Das bioökologische Modell (Urie Bronfenbrenner)
Das Modell befasst sich mit der fortschreitenden gegenseitigen Anpassung zw. dem aktiven, sich entwickelnden Individuum & den wechselnden Eigenschaften der jeweiligen Lebensbereiche. Das Individuum steht im Zentrum verschiedener Einflussebenen. Es wird gleichermaßen durch die Umwelt beeinflusst. | Aufgliederung in Teilsysteme (Ebenen): Mikro-, Meso-, Exo-, Makro-, & Chronosystem.
Bio
= Eigenschaften des Kindes
Ökologisch
= Betrachtung der Einflüsse auf die Entwicklung eines Kindes auf verschiedenen Ebenen der Umwelt (→ "Satz verschachtelter Strukturen“)
Mikrosystem (1. Ebene)
Unmittelbare Umgebung, die ein Individuum persönlich erfährt → Beziehungen sind bidirektionaler Natur | Muster von Rollen & zwischenmenschlichen Beziehungen, Tätigkeiten & Aktivitäten, wie es das sich entwickelnde Individuum in seinem gegebenen Lebensbereich erlebt. → Entscheidend: die wahrgenommenen Eigenschaften der Umwelt [Bsp.: Familie, Freunde, Klassenzimmer]
Mesosystem (2. Ebene)
Die Verbindungen zw. den unmittelbaren Rahmenbedingungen des Mikrosystems. Beinhaltet die Wechselbeziehungen zw. den Lebensbereichen, an denen das Individuum aktiv beteiligt ist: z.B. gute Beziehung zw. Eltern & Lehrern, Familie, Arbeit,... [umfasst Peers, Schule, Familie, etc.]
Exosystem (3. Ebene)
Umweltbedingungen, die eine Person nicht direkt erfährt, welche die Person aber indirekt beeinflussen können. [Bsp.: Medien, Arbeitsplatz der Eltern, Nachbarschaft, Behörden, Rechtssystem, erweiterte Familie]
Makrosystem (Äußere Ebene)
Der größere & kulturelle Kontext, in dem die anderen Systeme eingebettet sind. [Bsp.: Allgemeine Überzeugungen, Werte, Ideologien, Bräuche, Gesetze der gesamten Gesellschaft]
Chronosystem (Zeitdimension)
Die historischen Veränderungen, die sich auf die anderen Systeme auswirken. [Bsp.: Digitalzeitalter, Freundschaftspflege über Facebook, anstatt sich persönlich zu treffen] | Änderungen finden mit der Zeit in jeder Gesellschaft statt (Grundüberzeugungen, Werte / Bräuche, Technologien) | Kinder nehmen im Laufe der Zeit immer aktivere Rollen ein & wählen ihre Kontakte selbst.
Kindesmisshandlung
Vernachlässigung oder absichtlicher Missbrauch, die das Wohlbefinden von Kindern & Jugendlichen unter 18 Jahren beeinträchtigen oder gefährden. → Meistens durch die Eltern, am häufigsten durch die Mutter, Misshandlungsquote am höchsten bei Kindern unter einem Jahr.
Ursachen von Misshandlung (auf der Ebene des Mikrosystems)
Bestimmte Merkmale der Eltern, die das Misshandlungsrisiko erhöhen sind: niedrige Selbstachtung, stark negative Reaktionen auf Stress, schlechte Impulskontrolle, Alkohol & Drogenabhängigkeit, von Missbrauch gekennzeichnete Ehebeziehung.
Erhöhung des Misshandlungsrisikos
Niedriges Geburtsgewicht, körperliche oder geistige Behinderungen, schwieriges Temperament
Zusätzliche Faktoren im Meso- & Exosystem
Geringes Familieneinkommen, hohe Arbeitslosigkeit, unangemessene Wohnverhältnisse, häusliche Gewalt im Umfeld | besonders wichtige Risikofaktoren: soziale Isolation der Familie, Mangel an sozialer Unterstützung (häufiger in einkommensschwachen Familien)
Folgen von Misshandlung
...manifestieren sich primär im Mikrosystem. Im Vergleich zu anderen Kindern haben misshandelte Kinder: weniger sichere Beziehungen zu ihren Eltern, zeigen weniger Einfühlungsvermögen in andere Menschen, haben eine geringere Selbstachtung, in der Grundschule sind misshandelte Kinder aggressiver, haben mehr Konflikte mit ihren Mitschülern, haben mehr Mühe, Freundschaften aufrechtzuerhalten, sind oft verunsichert & unaufmerksam.
Anzeichen von Ärger
...lassen Kinder, die Opfer von körperlichen Misshandlungen wurden tendenziell stärker reagieren. Aus ökologischer Sicht könnte die übermäßige Aufmerksamkeit für negative Emotionen hochgradig adaptiv sein, wenn Kinder in einer von Bedrohung & Gewalt geprägten Umgebung aufwachsen.
Kinder & Medien
Massenmedien → Exosystem. Sie sind allerdings auch Einflüssen des Chronosystems, sowie auch des Makrosystems (kulturelle Werte & Politik) unterworfen.
Bedenken wegen des Medienkonsums
...über die Auswirkungen der in den Medien gezeigten Gewalt & Pornografie bis zu Befürchtungen im Hinblick auf Isolation & Untätigkeit.
Gewalt in den Medien
Wirkung auf vier Wegen: 1. Anregung zur Imitation | 2. Aktivierung eigener aggressiver Gedanken, Gefühle & Neigungen | 3. Physiologischer Aktiviertheitsgrad nach Konsum lässt Jugendliche eher gewalttätig auf Provokationen reagieren. | 4. Emotionale Abstumpfung
Körperliche Untätigkeit
...bedingt durch permanenten Medienkonsum. | Viele Werbespots enthalten Werbung für zuckerhaltige Produkte & Fast Food → Anstieg kindlicher Fettleibigkeit
Einfluss auf schulische Leistungen
Extremer Fernsehkonsum → oft schlechtere Schulabschlüsse | Studie: Zwei Gruppen von Jungs erhielten Videospiele vor & nach der Studie. Gruppe, die VOR der Studie VS erhielten, schnitt schlechter im Schreiben/ Lesen ab & hatte mehr schulische Probleme.
Soziale Ungleichheit
Große Unterschiede zw. Familien aus verschiedenen sozialen Schichten bzgl. der Verfügbarkeit von Computern. → Kinder können diese dann auch für Hausaufgaben nutzen.
Pornografie
Konsum → eher Toleranz von Gewalt ggb. Frauen & vorehelichem GV. | Gefahr durch Pädophile, die das Internet nutzen.
Einfluss der Eltern
= wirksamste Waffe gegen negative Auswirkungen der Massenmedien → auf der Ebene des MIKROSYSTEMS
Vorschriften & Gesetze
= wirksamste Waffe gegen negative Auswirkungen der Massenmedien → auf der Ebene des MAKROSYSTEMS
Sozioökonomischer Status (SS)
...hat tiefgreifende Wirkung auf die Kindesentwicklung & entsteht auf jeder Ebene des bioökologischen Modells.
1. Mikrosystem (SS)
→ Wohnverhältnisse; Nachbarschaft
2. Mesosystem (SS)
→ Zustand der Schule / Lehrer
3. Exosystem (SS)
→ elterliche Arbeitsstelle
4. Makrosystem (SS)
→ Regierungspolitik
5. Chronosystem (SS)
→ strukturelle Veränderungen des Arbeitsmarktes
Folgen der Armut
Entscheidend ist, inwieweit die Risikofaktoren akkumuliert auf das Kind einwirken. Kinder unterscheiden sich darin, wie beeinflussbar sie durch diese Faktoren / die Umwelt sind.
Folgen des Wohlstandes
Reiche Jugendliche zeigen im Vergleich zu „Ärmeren“ ein stärkeres Maß an Angst, schwerer Depression & neigen häufiger zu Substanzenmissbrauch. → Gründe: wohlhabende Eltern üben mehr Druck auf ihre Kinder aus, ohne sie dabei zu unterstützen; die gemeinsam verbrachte Zeit ist zu gering → geringeres Verbundenheitsgefühl