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Biologie & Verhalten (5b)


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Genotyp
Das genetische Material, das ein Individuum erbt.
Phänotyp
Das beobachtbare Erscheinungsbild der Körper- oder Verhaltensmerkmale, d.h. die Ausprägung (Expression) des Genotyps. Derselbe Genotyp kann durch Umwelteinflüsse zur Ausbildung verschiedener Phänotypen führen.
Beispiel: Phenylketonurie
Phenylketonurie (PKU) ist eine Störung, die auf ein defektes rezessives Gen auf Chromosom 12 zurückgeht, das den Umbau von Phenylalanin (PA) verhindert. Individuen, die dieses Gen geerbt haben, können im Stoffwechsel PA nicht umsetzen (Aminosäure, kommt in vielen Lebensmitteln vor → dunkles Fleisch & künstliche Süßstoffe). Bei normaler Ernährung reichert sich das PA im Blut an & verhindert eine normale Gehirnentwicklung, was zu schwerer geistiger Behinderung führt. → Wenn dies gleich nach der Geburt identifiziert wird, kann das Kind auf eine strenge Diät gesetzt werden & die Behinderung wird abgewendet.
Bedeutung: Phenylketonurie
...ist ein überzeugendes Beispiel für die Genotyp-Umwelt-Interaktion beim Menschen → Ein bestimmter Genotyp führt in Abhängigkeit von Umweltbedingungen zu ganz unterschiedlichen Phänotypen.
Verhaltensgenetik
Die Analyse individueller Unterschiede in Verhalten & Entwicklung im Hinblick auf genetische & umweltbedingte Einflussfaktoren, deren Zusammenwirken diese Unterschiede verursacht.
Verhaltensgenetik: 1. Prämisse
1. Wenn genetische Faktoren für ein bestimmtes Persönlichkeitsmerkmal oder eine Verhaltensweise relevant sind, sollten Individuen, deren Genotypen ähnlich sind, auch phänotypisch ähnlich sein.
Verhaltensgenetik: 2. Prämisse
2. Wenn gemeinsame Umweltfaktoren eine Rolle spielen, sollten gemeinsam aufgewachsene Individuen einander ähnlicher sein, als Menschen, die getrennt aufgewachsen sind.
Familienuntersuchung zum IQ
[Zwillingsstudien, Adoptionsstudien mit Zwillingen] Genetischer Einfluss: eineiige Zwillinge sind einander ähnlicher als gleichgeschlechtliche zweieiige Zwillinge. | Umwelteinflüsse: Die Intelligenz eineiiger Zwillinge ist nicht identisch; gemeinsam aufgewachsene eineiige Zwillinge sind einander ähnlicher, als eineiige Zwillinge, die getrennt aufgewachsen sind.
Familienuntersuchung: Ergebnisse
Die Korrelation der IQs eineiiger Zwillinge steigt mit zunehmendem Alter an, während sie bei zweieiigen Zwillingen abnimmt. → Erklärung: Kinder haben kaum Einfluss auf die Umstände & Entwicklungsmöglichkeiten ihrer Erziehung, ältere Kinder, Teenager & junge Erwachsene haben dagegen mehr Einfluss auf ihre Erfahrungen.
Erblichkeit
...ist ein statistisch geschätzter Wert, der angibt, welcher Anteil der gemessenen Varianz bei einem bestimmten Persönlichkeitsmerkmal zw. den Individuen einer bestimmten Population genetischen Unterschieden dieser Individuen zugeschrieben werden kann.
Erblichkeitsindex
...trifft nur Aussagen über die relativen Beiträge genetischer & umweltbedingter Faktoren zur Entwicklung. → Hohe Erblichkeit ≠ Unveränderbarkeit
Erblichkeit ist besonders ausgeprägt bei...
…dem kindlichen Aktivitätsniveau, dem Temperament, Leseschwächen & antisozialem Verhalten | Erblichkeitsindex IQ: etwa 50%
Plastizität
...ist die Veränderungsfähigkeit des Gehirns durch Erfahrung, insbesondere auch nach Schädigungen. → bietet eine Möglichkeit weniger Informationen in den Genen enkodieren zu müssen. Um die vollständige Verschaltung des Gehirns zu erreichen, bündeln Anlage & Umwelt ihre Kräfte. (Es gibt 2 Arten von Plastizität)
Erfahrungserwartende Plastizität (William Greenough)
Der Prozess, durch den die normale Verschaltung des Gehirns teilweise als Ergebnis von Erfahrungen geschieht, die jeder Mensch in halbwegs normaler Umgebung macht.
Erfahrungsabhängige Plastizität (William Greenough)
Der Prozess, durch den Nervenverbindungen im Verlauf des Lebens als Funktion der Erfahrungen eines Individuums hergestellt & reorganisiert werden. (→ Spezifische Erfahrungen aufgrund von individuellen Lebensumständen)
Sensible Phase
Zeitfenster, während denen das menschliche Gehirn für bestimmte Arten externer Reize besonders empfänglich ist. Die neuronale Organisation, die im Verlauf sensibler Phasen eintritt (oder ausbleibt), ist typischerweise irreversibel. Bsp.: Spracherwerb & Pubertät
Angeborene Katarakte (Bsp.)
Kinder mit angeborenen Katarakten, deren Sehfähigkeit durch eine trübe Augenlinse eingeschränkt ist: Je länger die Linsentrübung nach der Geburt fortbesteht, desto beeinträchtigter wird die Sehschärfe nach der Entfernung des Katarakts bleiben.
Deprivation von Kleinkindern (Bsp.)
[in rumänischen Waisenhäusern] Je früher die Kinder in eine fürsorgliche Familie untergebracht werden, desto geringer sind die Schäden, die sie langfristig durch die Deprivation erleiden.