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Stereotype und Vorurteile


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Stereotyp
beschreibend; sozial geteilte, gemeinsame Überzeugungen innerhalb einer sozialen Gruppe oder Kultur über Attribute, Eigenschaften und Verhalten von Mitgliedern anderer sozialen Gruppen (oder Kulturen)
Vorurteil
bewertend; positive oder negative Bewertung einer sozialen Gruppe und ihrer Mitglieder, die sich auf die attribuierten Eigenschaften, Emotionen und Informationen über das Gruppenverhalten stützt
Wirkung von Sanktionierung auf Diskriminierung
Explizite Vorurteile nehmen zwar ab, aber subtilere und implizite Formen haben weiterhin Bestand.
Wirkung von Stereotypen auf das Verhalten
Beeinflussen das Verhalten oft unbewusst, muss sich aber nicht immer und unausweichlich auswirken. Bei automatischer Verarbeitung und wenig kognitiven Ressourcen stärkere da unbewusste Wirkung von Stereotypen, bei kontrollierter und systematischer Verarbeitung Korrektur möglich.
flexible correction model (Petty & Wegener, 1993, 1997)
Je nach Verständnis einer Person mehr oder weniger starke Korrektur ihrer Stereotype. Voraussetzung: ausreichende kognitive Kapazität, Zeit und Aufmerksamkeit sowie individuelle Motivation.
Project Implicit (Harvard)
Kombiniert Grundlagenforschung mit öffentlicher Aufklärung in einem virtuellen Labor, in welchem Besucher ihre eigenen versteckten (impliziten) Vorurteile identifizieren können.
Arten von Messverfahren zur Untersuchung von Stereotypen
direkte, indirekte, strukturanalytische
Direkte Messverfahren
Am häufigsten angewendet, längste Tradition, einfach, ohne viel technischen Aufwand, unterliegen verfälschenden motivationalen Einflüssen, nicht alle Anteile des Stereotypwissens sind der Introspektion zugänglich.
Indirekte Messverfahren
Erfassen individuelle stereotypgestützte Verarbeitungsprozesse und stützen sich größtenteils auf Reaktionszeitverfahren.
Strukturanalytische Verfahren
Dimensionsanalytische Verfahren zur Untersuchung der Struktur von Ähnlichkeitsbeziehungen.
Soziale Diskriminierung
Bezieht sich auf die Ablehnung oder Benachteiligung von Personen aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit und kann als isolierter Verhaltensakt, als Verhalten und in institutionalisierter Form auftreten.
Stigma
Negativ bewertetes Attribut, durch welches die betroffene Person von normativen Erwartungen abweicht und welches sie in Augen anderer derart diskreditiert, dass sie ihren Anspruch auf gesellschaftliche Gleichberechtigung verliert.
Merkmale für Diskriminierung
Prinzipiell kann jedes beliebige Merkmal / Attribut unter bestimmten Kontextbedingungen dazu führen, dass die Merkmalsträger als Angehörige einer abgewerteten Minoritätsgruppe wahrgenommen werden, auch triviale.
Sozial bedeutsame Merkmale
In den meisten menschlichen Zivilisationen: Geschlecht, Alter, ethnische Zugehörigkeit.
Grundlagen sozialer Exklusion
Vorurteile, Stigmatisierung, Diskriminierung
Soziale Exklusion (Europäische Kommission)
A process whereby certain individuals are pushed to the edge of society and prevented from participating fully by virtue of their poverty, of lack of basic competencies and lifelong learning opportunities, or as a result of discrimination.
Gruppen mit hohem Exklusionsrisiko
Menschen mit Behinderung, Kinder
Auswirkungsbereiche sozialer Exklusion
Arbeitslosigkeit, Gesundheitsversorgung, Unterstützung, Kriminalität
stereotype threat
Die Befürchtung, auf der Grundlage von Stereotypen beurteilt zu werden, löst bei Mitgliedern sozial abgewerteter Gruppen ein Gefühl der Bedrohung aus und kann zu Leistungsminderungen führen.
Bewusstseinsverstärkung von Gruppenzugehörigkeiten
Immer wenn diese nicht zum Kontext passen oder ein Alleinstellungsmerkmal darstellen
Kontakthypothese (Allport, 1954)
Kontakt zwischen Mitgliedern unterschiedlicher Gruppen kann unter bestimmten Bedingungen zum Abbau von Vorurteilen beitragen.
Bedingungen für Abbau von Vorurteilen durch Kontakt
Gemeinsame Ziele, intergruppale Koordination, gleicher Status zwischen den Gruppen, Unterstützung durch Autoritäten, Normen oder Gesetze, Möglichkeit zu Freundschaften über Gruppengrenzen hinweg.
Distinct worlds
Diskrepanzen in der Wahrnehmung und Interpretation einer Kontaktsituation von Angehörigen aus Minoritäts- und Majoritätsgruppen. Bieten Grundlage für interkulturelle Missverständnisse. Negative Kontakterwartung auch in wohlwollenden Situationen, kann zu Teufelskreis führen.
Wirkung von offenen Vorurteile
Starke negative Gefühle, diskriminierendes Verhalten.
Wirkung von subtilen Vorteilen
Keine starken Emotionen, nur diskriminierende Verhaltensweisen, wenn solche den Normen des Umfelds entsprechen und damit sozial akzeptabel sind.