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3 Datengewinnung und Auswahlverfahren


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Datenerhebung
Gewinnung von Daten.
Erhebungsdesign
Planung der Datengewinnung.
Unterscheidung von Datenerhebungen nach der Art der Quelle
Primär-, Sekundär- und Tertiärerhebungen
Primärerhebungen (Field Research)
Daten werden eigens für die Untersuchung erhoben.
Sekundärerhebungen (Desk Research)
Basieren auf Daten, die nicht zu statistischen Zwecken gesammelt worden sind, und erst in zweiter Linie statistisch ausgewertet werden.
Tertiärerhebungen
Statistische Informationen werden aus vorhandenen Quellen entnommen, jedoch in aggregierter Form.
Arten der Primärerhebung
Befragung, Beobachtungsstudie, Experiment
Beispiele für Primärerhebungen
Volkszählungen, Konjunkturerhebungen, Außenhandelsstatistiken, Materialversuche, Umfragen, Arzneimittelforschung, Psychologie.
Beispiele für Sekundärerhebungen
Steuerstatistiken, Kfz-Zulassungen
Unstrukturierte Befragung
Offener Charakter, kann ohne Fragebogen realisiert werden.
Teilstrukturierte oder strukturierte Interviews
Befragung ist teilweise oder ganz standardisiert.
CAPI
computer assisted personal interviewing
CATI
computer assisted telephone interviewing
Experiment
Empirische Überprüfung von Hypothesen über kausale Zusammenhänge zwischen Merkmalen (künstlich hergestellt).
Versuchsplan
Festlegung der Untersuchungsanordnung
Einsatzfelder der Versuchsplanung
Medizin, Psychologie, Produktplanung, Marketing, Agrarwissenschaft
Mikrozensus
Zentrale Informationsquelle für Politik und Wirtschaft in D. Jährlich ca. 370.000 Haushalte (1%) mit etwa 820.000 Personen). Geschlecht, Alter, Familienstand, Wohnung, Erwerbstätigkeit, Nettoeinkommen.
Quasi-Experiment
Erhebungsdesign mit nicht-randomisierter Zuordnung
Querschnittdesign
Verschiedene Merkmalsträger zu einem Zeitpunkt.
Zeitreihe (Längsschnittdesign)
Ein Merkmal an einer statistischen Einheit zu mehreren Zeitpunkten
Panel
Kombination von Quer- und Längsschnittdesign.
Vollerhebung
Alle Elemente der Grundgesamtheit werden bei der Erhebung mit einbezogen
Teilerhebung oder Stichprobe
Es werden nur Daten für eine Teilmenge aus der Grundgesamtheit mit einbezogen
SOEP Sozioökonomisches Panel
Seit 1984. Ca. 12.000 gleichbleibende Haushalte (Längsschnittdesign). Identifikation politischer und gesellschaftlicher Veränderungen in D. Persönlichkeitsmerkmale, Lebensbedingungen, Erwerbssituation, berufliche Mobilität, Wertvorstellungen, Gesundheit, Lebenszufriedenheit. DIW.
ALLBUS Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften
"Seit 1980 im Zweijahresturnus. Mehrthemenbefragung. Ca. 3000 Personen. Dauerbeobachtung des gesellschaftlichen Wandels. Einstellungen, Erwerbstätigkeit, Umwelt und Politik. Jede Erhebung neue Stichprobe (Querschnittdesign).
Ziel einer Stichprobenauswahl
Aus einer Teilmenge einer Grundgesamtheit Aussagen ableiten, die sich auf die Grundgesamtheit übertragen lassen.
Auswahlpopulation oder Auswahlgesamtheit
Die Population, aus der eine Stichprobe gezogen wird.
Overcoverage
Auswahlpopulation enthält Elemente die nicht im Design definierten Grundgesamtheit gehören.
Undercoverage
Einige Elemente aus der Auswahlpopulation werden bei der Stichprobenziehung nicht berücksichtigt.
Stichprobenverfahren
Einfache Zufallsstichprobe. Geschichtete Zufallsauswahl. Proportional geschichtete Stichprobe. Disproportional geschichtete Stichprobe. Klumpenstichprobe. Quotenauswahl.
Zufallsstichprobe
Jedes Element der Grundgesamtheit hat eine von Null verschiedene Wahrscheinlichkeit in die Stichprobe zu gelangen.
Wofür ist die Zufallsstichprobe Voraussetzung?
Nur so kann von der Stichprobe mit einer kontrollierten kleinen Irrtumswahrscheinlichkeit auf die zugrunde liegende Grundgesamtheit geschlossen werden (schließende Statistik).
Inferenzschluss
Rückschluss von der Stichprobe auf die Grundgesamtheit (nach einer Zufallsauswahl).
Stichprobenfehler
Unvermeidlich. Ein Inferenzschluss ist stets mit Unsicherheit verknüpft, dadurch dass nicht die volle Information aller Merkmalsträger der Grundgesamtheit zur Verfügung steht.
Auswahlbias
Wenn man einen Inferenzschluss auf eine nicht repräsentative (verzerrte) Stichprobe (bias) stützt, kommt zu dem unvermeidlichen Stichprobenfehler noch eine systematische Verzerrung hinzu.
Einfache Zufallsstichprobe
Die Stichprobenauswahl ist zufällig, und jede Teilmenge der Grundgesamtheit mit n Elementen besitzt dieselbe Auswahlwahrscheinlichkeit (z.B. Lottozahlen, Urnenmodell).
Geschichtete Zufallsauswahl
Zweistufiges Auswahlverfahren. Grundgesamtheit wird auf Basis eines Merkmals (Schichtungsvariable) in sich nicht überlappende (= disjunkte) Teilgesamtheiten, sog. Schichten zerlegt. Aus jeder Schicht wird eine Zufallsstichprobe gezogen.
Charakter der Schichten bei geschichteter Zufallsauswahl
In sich möglichst homogen und untereinander möglichst heterogen.
Geschichtete Zufallsauswahl (Beispiele)
Bei SOEP werden die deutschen und die ausländischen Haushalte getrennt. Bei der Einkommenserhebung von Hochschulabsolventen werden die Berufsgruppen getrennt.
Proportional geschichtete Stichprobe
In jeder Schicht wird eine zum Schichtumfang proportionale Zufallsstichprobe gezogen (gleicher Prozentsatz aus jeder Schicht).
Disproportional geschichtete Stichprobe
Auswahlwahrscheinlichkeit der Stichprobenelemente ist innerhalb einer Schicht konstant, nicht aber von Schicht zu Schicht. Man muss hier die Stichprobenelemente bei Rückschluss auf die Grundgesamtheit gewichten (reziprok zu Auswahlwahrscheinlichkeiten). Wenn Schichten dünn besetzt sind.
Klumpen
Disjunkte Teilgesamtheit, die auf "natürliche" Weise entsteht, z.B. durch Klassenverbände oder Tierherden.
Klumpenstichprobe
Im ersten Schritt wird eine Zufallsstichprobe aus der Menge aller Klumpen gezogen, im zweiten Schritt werden dann alle Elemente der ausgewählten Klumpen untersucht.
Quotenauswahl (systematisches, nicht zufallsgesteuertes Stichprobenauswahlverfahren)
Durch Vorgabe von Quoten wird eine Stichprobe meist bezüglich eines sozioökonomischen Merkmals so erzeugt, dass sie hinsichtlich dieses Merkmals eine Art verkleinertes Abbild der Grundgesamtheit darstellt.
Wichtig bei Klumpen
Heterogenität zwischen den Klumpen, geringe Homogenität in den Klumpen
Intraklassenkorrelation
Die interne Homogenität bezüglich eines Merkmals innerhalb Gruppen.
Träger der amtlichen Statistiken in Deutschland
Statistisches Bundesamt. Statistische Landesämter. Kommunale Statistikämter. Nur wenige amtliche Statistiken unter direkter Kontrolle von Ministerien, z.B. Arbeitsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit unter Mitverantwortung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.
Träger nicht-amtlicher Statistiken
Wirtschaftsforschungsinstitute. Interessen- und Wirtschaftsverbände (Gewerkschaften, Arbeitgeber, Kammern). Private Institute für Markt- und Meinungsforschung. Wirtschaftsforschungsinstitute zur Analyse (meistens nicht Erhebung) statistischer Daten (an Universitäten angegliedert).
Größte Wirtschaftsforschungsinstitute in Deutschland
Institut für Wirtschaftsforschung (IFO) München. Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin. Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) Essen. Institut für Weltwirtschaft (IfW) Kiel. Institut für Wirtschaftsforschung (IWH) Halle.
Bekannte Institute für Markt- und Meinungsforschung
GfK (Gesellschaft für Konsumforschung), TNS Infratest (Eurobarometer), Forschungsgruppe Wahlen (Politbarometer), Gesis (Gesellschaft Sozialwissenschaftlicher Infrastruktureinrichtungen)
Internationale Träger
Eurostat (Europäisches Amt für Statistik), OECD Organisation for Economic Co-operation and Development, UN Statistics Division