Level 2 Level 4
Level 3

Gesundheitskommunikation


65 words 0 ignored

Ready to learn       Ready to review

Ignore words

Check the boxes below to ignore/unignore words, then click save at the bottom. Ignored words will never appear in any learning session.

All None

Ignore?
gesundheitsbezogene und Kommunikationswissenschaften
Gesundheitskommunikation als interdisziplinäres Fach
1970er Jahre (USA)
Gesundheitskommunikation: Etablierung als eigenständige Disziplin
uneinheitlich
Gesundheitskommunikation: Definition
Vermittlung & Austausch von Wissen, Erfahrungen, Meinungen und Gefühlen, die sich auf Gesundheit oder Krankheit, Prävention oder den gesundheitlichen Versorgungsprozess, die Gesundheitswirtschaft oder Gesundheitspolitik richten
Arbeitsdef. Gesundheitskommunikation (Baumann & Hurrelmann, 2014)
Informationsdarbietung, Veränderung von Wahrnehmung/Einstellung/Überzeugung, Veränderung von Verhalten
Gesundheitskommunikation: Ziele/Funktionen
gesundheitsrelevante Inhalte auf verschiedenen Kanälen → Veränderung gesundheitsbezog. Wahrnehmungen, Einstellungen, Überzeugungen → Verhaltensänderung
Informationsdarbietung (Ziel Gesundheitskommunikation)
z.B. Medikamentenbeipackzettel und Aufklärungsformblätter vor medizinischen Eingriffen
Informationsdarbietung: zielgruppenunspezifisch (Ziel Gesundheitskommunikation)
z.B. personalisierte Informationen über eine individuelle gesundheitliche Gefährdung und Behandlungsmöglichkeiten in einem Beratungsgespräch nach einer eingehenden Diagnostik
Informationsdarbietung: zielgruppenspezifisch (Ziel Gesundheitskommunikation)
neutral formulierte Sachinformationen vs. persuasive (überredende, emotionsansprechende) Botschaften
Informationsdarbietung: Informationen (Ziel Gesundheitskommunikation)
Beseitigung Wissensdefizite (→ Ermöglichung eines verbesserten Umgangs mit gesundheitsbezogenen Situationen und Anforderungen); Wissen über Nutzen/Nachteile therapeut. Maßnahmen (→ ausgewogene Entscheidungsprozesse)
Veränderung von Wahrnehmungen/Einstellungen/Überzeugungen (Ziel Gesundheitskommunikation)
Aufbau/Aufrechterhaltung gesundheitsbezogenes Verhalten; Senkung gesundheitsschädigendes Verhalten
Verhaltensveränderung (Ziel Gesundheitskommunikation)
Veränderung verhaltensrelevanter Kognitionen (z.B. Bedrohung, Selbstwirksamkeit)
Verhaltensänderung: Methode (Ziel Gesundheitskommunikation)
(1) (halb-) staatliche Institutionen, (2) private Stiftungen/Vereine, (3) pharmazeutische Industrie, (4) Print-/sonstige Medien
Anbieter Gesundheitsinformationen (nach Loss & Nagel, 2004)
Studien zu aktuellen Gesundheitsthemen, Information der (Fach-) Öffentlichkeit durch unterschiedl. Medien
(Halb-) Staatl. Institutionen (Anbieter Gesundheitsinformation)
Anbindung an Bundesministerium für Gesundheit, z.B. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Robert-Koch-Institut, Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
(Halb-) Staatl. Institutionen: Bsp. (Anbieter Gesundheitsinformation)
Durchführung von Programmen und Aktionen zur Gesundheitsförderung mit begleitender Gesundheitskommunikation; mit privaten oder auch staatlichen Partnern (z.B. Landesgesundheitsministerien)
private Stiftungen/Vereine (Anbieter Gesundheitsinformation)
Gesundheitskommunikation durch diese Anbieter erfolgt in Deutschland in Form von aufwändig gestalteten Informationen zu bestimmten Krankheitsbildern (z.B. Multiple Sklerose), die mit dem Namen des jeweiligen Konzerns verbunden sind und die Rezipientinnen und Rezipienten der Informationen möglichst dazu anregen sollen, bestimmte pharmazeutische Produkte gezielt nachzufragen
pharmazeutische Industrie (Anbieter Gesundheitsinformation)
Vermittlung von Informationen an breites Publikum mittels journalistischer Berichte (Krankheitsbilder, Ursachen, Behandlung); hohe Zuschreibung von Glaubwürdigkeit, die nicht immer überprüfbar ist
Print- u. sonstige Medien (Anbieter Gesundheitsinformation)
Ausgewogenheit, Vollständigkeit, Korrektheit und der Art der Gestaltung
Gesundheitsinformationen unterscheiden sich je nach Anbieter/Zielgruppe hinsichtlich…
Situation, die ein Gefährdungspotenzial beinhaltet
Risiko =
Wahrscheinlichkeit eines schädigenden Ereignisses + neg. Ausmaß Konsequenzen
Risiko wird definiert aus…
Kontrollierbarkeit, Bekanntheit, (Un-) Freiwilligkeit des Eingehens
Dimensionen zur Beschreibung der Risikoschwere/-gefährlichkeit
SCHRECKLICHKEIT der Gefahr (engl.: dread risk); UNBEKANNTHEIT der Gefahr (engl.: unknown risk)
Slowic (1987): 2 Basisfaktoren zur Beschreibung der Charakteristika von Gefahrenquellen
eher wird sie für ein hohes Risiko eingehalten (Charakteristika Gefahrenquellen, Slowic, 1987)
Je schrecklicher/unbekannter eine Situation eingeschätzt wird, desto…
Menschen in drastischer Form auf Konsequenzen von gesundheitsschädigendem Verhalten aufmerksam machen (v.a. in 1980er Jahren)
Furchtappelle: Ziel
Optimistischer Fehlschluss (bei intensiv neg. Gefühlen durch Kommunikationsinhalte)
Problem Furchtappelle
kognitiv-emotionale Urteilsverzerrung (Unterschätzung der eigenen gesundheitlichen Gefahr im Vergleich zu anderen Menschen, die der eigenen Person ähnlich sind)
Optimistischer Fehlschluss =
Erweitertes paralleles Prozessmodell (Maloney, Lapinski & Witte, 2011)
Furchtappelle: Verarbeitung
durch Furchtappelle angestoßene kogn. Prozesse: (1) Bewertung d. persönl. RISIKOs, (2) Einschätzung der KONTROLLIERBARKEIT
Erweitertes paralleles Prozessmodell (Maloney, Lapinski & Witte, 2011)
Information zu neg. Folgen + Schutzmaßnahmen
Erweitertes paralleles Prozessmodell (Maloney et al. 2011): Implikation für Gesundheitskommunikation
diskutiert; effektiver bei einmaligem (z.B. Impfung) als kontinuierlichem Verhalten (z.B. Ernährung)
Furchtappelle: Wirksamkeit
(1) epidemiologische Ausgangssituation? (2) Kampagnenziele, (3) Zielgruppenanalyse, (4) theoret. Modelle Problem? (5) theoret. Modelle Verhaltensänderung? (6) Projektplanung, (7) Evaluation
Gesundheitskampagnen: Organisation (Nöcker, 2016)
z.B. Inzidenzraten von HIV-Neuinfektionen
1) Bestimmung der epidemiologischen Ausgangssituation (Organisation Gesundheitskampagnen, Nöcker 2016)
z.B. Verringerung von Neuinfektionen
2) Herleitung Kampagnenziele (Organisation Gesundheitskampagnen, Nöcker 2016)
z.B. besondere Risikogruppen, Bedarfe und Bedürfnisse
3) Zielgruppenanalyse (Organisation Gesundheitskampagnen, Nöcker 2016)
z.B. Modell der Gesundheitsüberzeugungen
4) Rückgriff auf theoretische Modelle zur Problementstehung (Organisation Gesundheitskampagnen, Nöcker 2016)
Menschen verhalten sich rational, wenn sie sich durch eine Krankheit bedroht fühlen und negative Folgen diesbezüglich erwarten (Bedrohungsempfinden)
Modell gesundheitlicher Überzeugungen (Health Belief Model, HBM)
z.B. Transtheoretisches Modell der Verhaltensänderung
5) Rückgriff auf theoretische Modelle zur Verhaltensänderung/Interventionsplanung (Organisation Gesundheitskampagnen, Nöcker 2016)
Verhaltensänderung als stufenförmiger Prozess
Transtheoretisches Modell der Verhaltensänderung (Transtheoretical model of behavior change, TTM)
Maßnahmen zur Durchführung und Implementierung
6) Projektplanung (Organisation Gesundheitskampagnen, Nöcker 2016)
Soll-Ist-Abgleich mit Zieldefinition
7) Evaluation (Organisation Gesundheitskampagnen, Nöcker 2016)
eher bei einmaligem/episodischem als gewohnheitsmäßigem Verhalten; Angebote im Umfeld und pol. Unterstützung notwendig
Gesundheitskampagnen: Wirksamkeit
Health on the Net (Qualitätskriterien für Gesundheitsinformationen im Internet); seit 1995
HON-Siegel
(1) Information, (2) Interaktion, (3) Vernetzung
Informations- und Aktivitätsebenen (Gesundheitskommunikation Internet)
Webseiten zu Gesundheitsthemen von Institutionen, Verbänden, Verlagen sowie sonstigen Institutionen und Unternehmen (keine Anpassung der Inhalte o. Interaktion mit anderen Nutzern mgl.)
INFORMATIONsebene (Gesundheitskommunikation Internet)
z.B. Selbsttests
Ebene eingeschränkter INTERAKTION (Gesundheitskommunikation Internet)
Vernetzung mit anderen Interessierten; Gesundheitsberatung
Ebene der VERNETZUNG (Gesundheitskommunikation Internet)
professionelle Beratung Gesundheitsthemen/-probleme
Gesundheitsberatung =
psychologisch, sozial
Gesundheitsberatung: Veränderungsmethoden
Prävention, Gesundheitsförderung, Rehabilitation
Gesundheitsberatung: Anwendung
informell (z.B. Nachbarschaftshilfe), halbformalisiert (z.B. Fachfragen), formalisiert
Gesundheitsberatung: Formalisierungsgrade
Fachexpertise + Beratungskompetenz
Formalisierte, professionelle Gesundheitsberatung
Bearbeitung schwieriger Lebenslagen (z.B. Krisen) & Bewältigung von Konflikten ohne Krankheitswert (keine Heilung!)
Gesundheitsberatung ≠ Psychotherapie
VERMITTLUNG von Wissen und Handlungsoptionen → STÄRKUNG der Handlungs-/Partizipationsmöglichkeiten der beratungssuchenden Person → REDUKTION von sozialen Ungleichheiten in Bezug auf Gesundheitsrisiken
Gesundheitsberatung: Ziel
gesund, akut krank, chronisch krank
Gesundheitsberatung: Zielgruppen
BESCHÄFTIGUNG mit gesundheitsbezogenen Themen, Beschwerden, Risikofaktoren und -verhalten oder aufgrund einer spezifischen LEBENSPHASE (z. B. Schwangerschaft)
Gesundheitsberatung GESUNDER Menschen
v.a. schnelle und vollständige Wiederherstellung der Gesundheit und Vermeidung von Rückfällen/Begleitschäden
Gesundheitsberatung AKUT ERKRANKTer Menschen
Integration der Krankheit in den Alltag und das Selbstbild sowie der Umgang mit den konkreten krankheitsbedingten Belastungen und Beeinträchtigungen
Gesundheitsberatung CHRONISCH ERKRANKTer Menschen
Einzel vs. Gruppe; face-to-face vs. online
Gesundheitsberatung: Setting
ort- und zeitungebunden, anonym
Vorteile Online-(Gesundheit-)Beratung
Zugänglichkeit und Niederschwelligkeit bieten Risiko für bestimmte Personenkreise durch ungefilterte Informationsflut
Nachteile Online-(Gesundheit-)Beratung
Förderung Schutzfaktoren/Ressourcen, psychologische Beratung (z.B. systemische, verhaltensoriente, lebensweltorientierte Konzepte), Empowerment
Gesundheitsberatung: Gestaltung
fundierte KENNTNISSE über (gesundheits-)psychologische Theorien, einschlägige empirische Forschung und DIAGNOSTIK zu den Prozessen gesundheitsbezogener Einstellungs- und Verhaltensveränderungen; BERATERISCHE FERTIGKEITEN (v.a. non-direktive Beratung nach C. Rogers, motivierende Gesprächsführung)
Gesundheitsberatung: professionelle Kompetenzen
humanistische Grundhaltung (Empathie, Wertschätzung, Akzeptanz) + Gesprächsführung
Non-direktive klientenzentrierte Beratung
aktives Zuhören, Vermeidung von Konfrontationen, Bestärken von Selbstwirksamkeit, Aufzeigen von Dissonanzen, Erarbeiten von Bewältigungsstrategien
Motivierende Gesprächsführung