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Intelligenz und Intelligenzmessung


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Gründe für Beschäftigung mit Intelligenz
1. Theoretisches Konstrukt, 2. betrifft jeden, 3. hat eine Wertigkeit, 4. ist assoziiert mit Erfolg, 5. Betrachtung aus vielen Forschungsperspektiven
Laienwissenschaftliche Definition von Intelligenz
betrifft 1. praktische Problemlösefähigkeit, 2. verbale Fähigkeiten, 3. soziale Kompetenz
Definition Intelligenz von Binet (1905/1916)
"good sense, practical sense, initiative, the faculty of adapting one's self to circumstances"
Definition Intelligenz von Wechsler (1956)
"die [...] Fähigkeit des Individuums, zweckvoll zu handeln, vernünftig zu denken und sich mit seiner Umgebung wirkungsvoll auseinander zu setzen."
Definition Intelligenz von Neubauer (2005)
1. Zurechtfinden in neuen Situationen, 2. Aufgaben mithilfe des Denkens lösen
2-Faktoren-Theorie der Intelligenz von Spearman
General-(g-)Faktor - liegt allen kognitiven Leistungen zugrunde; Spezifischer (s-) Faktor - für spezifische Bereiche
Modell mehrerer Primärfaktoren von Thurstone
Gegenposition zu Spearman; keine allgemeine Intelligenz sondern Primärfaktoren, die zusammenspielen; Testung z.B. Intelligenz-Struktur-Test
Primärfaktoren nach Thurstone
verbal comprehension, word fluency, number, space, memory, perceptual speed, induction/reasoning
Das Intelligenzmodell nach Wechsler
Allgemeine Intelligenz besteht aus 1. verbaler Intelligenz, 2. Handlungsintelligenz; Intelligenz als komplexes Funktionsgefüge; Testung mit WAIS-IV, WIE, HAWIK
Theorie der fluiden und kristallinen Intelligenz nach Cattell
Integration der Modelle von Spearman und Thurstone; g-Faktor ist zerlegbar in fluide und kristalline Intelligenz
Fluide Intelligenz
Fähigkeit zum Problemlösen, angeboren, kulturunabhängig; Primärfaktoren: Induktives Schließen, intellektuelle Geschwindigkeit
Kristalline Intelligenz
Fähigkeit aus Lernerfahrung; Primärfaktoren: verbales Verständnis, mechanische Kenntnisse
Matthäus-Effekt
Schnellere Lernfortschritte bei guter fluider Intelligenz
Faktor dritter Ordnung: fluid intelligence historical
ontogenetische frühe allgemeine Veranlagung
S(e)
Einfluss schulischer/familiärer Erfahrung
Das Facettenmodell der Intelligenz nach Guilford
beruhend auf Theorie; 120 verschiedene, unabhängige Facetten bei drei Dimensionen: Inhalte, Operation, Produkte; jedoch nie validiert
Inhalte (Guilford)
figural, symbolisch,semantisch, behavioral
Operationen (Guilford)
Bewertung, konvergente Produktion, divergente Produktion, Gedächtnis, Erkenntnis
Produkte (Guilford)
Einheiten, Klassen, Beziehungen, Systeme, Transformationen, Implikationen
Das Berliner Intelligenzstrukturmodell von Jäger
hierarchischer Aufbau; allgemeine Intelligenz aufteilbar in 1. inhaltliche Fähigkeiten (verbal, figural, numerisch), 2. operative Fähigkeiten (Verarbeitungskapazität, Einfallsreichtum, Merkfähigkeit, Vearbeitungsgeschwindigkeit)
Three-Stratum-Theory von Carroll
S1: 69 Fähigkeiten - S2: acht Fähigkeitsdimensionen (fluide, kristalline Intelligenz, allg. Gedächtnisfähigkeit, visuelle, auditive Wahrnehmung, Abruffähigkeit, kog. Geschwindigkeit, Verarbeitungsgeschwindigkeit), S3: allgemeine Intelligenz
Resümee zu Intelligenztheorien
Intelligenz ist hierarchisch aufgebaut, es gibt einen allgemeinen Faktor als auch spezifische
Gardner (1983): Formen der Intelligenz
sprachliche, logisch-mathematische, musikalische, räumliche, körperliche, interpersonale, intrapersonale, naturalistische, existenzielle
Überführung von Messwerten in andere Skalen
[ (Xa - Ma) / SDa ] * SDn + Mn = Xn
Geschlechtsunterschiede in der Intelligenz
keine, außer mentale Rotation (Männer besser) und verbale Fähigkeiten (Frauen besser)
Intelligenz über die Lebensspanne
Fluide: steiler Anstieg bis 20, 5-10 Jahre lang stabil, dann Abflachung; kristalline: Anstieg bis 65 Jahre möglich
Intelligenz und Erfolg in Schule/Beruf
Schule: Sinkende Zusammenhänge mit höherem Niveau wg. höherem Dropout; Beruf: hängt von Definition von Erfolg ab, Anpassungsfähigkeit ist eher wichtig
Der Flynn-Effekt
Pro Dekade wird der IQ über verschiedene Generationen hinweg um 3 bis 7 Punkte höher. Zeigt Notwendigkeit der Aktualisierung von Normierungen auf.
Gründe für den Flynn-Effekt
Testvertrautheit, soziologische Bedingungen, Ernährung, Weltkriege, Bildungsniveau
Kopf- /Gehirngröße und Intelligenz
kaum Zusammenhänge, abhängig von Messmethoden
Gehirnfunktionalität und Intelligenz
Gehirne von intelligenten Personen arbeiten differenzierter und effizienter (evtl. wg. unterschiedlicher Myelinisierung, Dendritenausbildung)
Erblichkeit der Intelligenz
Komplexe Interaktion von Anlagen und Umwelt, gleichzeitiges Wirken zu 100%, Bestimmung der Varianzen durch Zwillings- /Adoptionsstudien
Falconer-Formel
Formel zur Feststellung der Erblichkeit von Intelligenz in Zwillingsstudien
The Bell Curve (Herrnstein & Murray, 1994)
Unterschiedliche kognitive Fähigkeiten je nach Milieu in den USA; Durchschnittliche Intelligenz der Amerikaner sinkt, kann jedoch durch Intervention gestoppt werden (bessere Ernährung, Vorschulprogramme, Adoptionen)
Intelligenzmessung: Was soll getestet werden?
Festlegung auf Art von Intelligenz wichtig, welche Art von kognitiver Leistungsfähigkeit
Intelligenzmessung: Testauswahl
Infos über Tests aus Fachbüchern, dem Internet, Auswahl anhand der Testgütekriterien
Intelligenzmessung: Testbeschaffung
nicht kommerziell (Bibliotheken, Testotheken), kommerziell (Verlage)
Intelligenzmessung: Testdurchführung
Güte abhängig von Objektivität, deshalb Testmanual lesen. Vorbereitung, allgemeine-, technische- und praktische Durchführungshinweise beachten
Intelligenzmessung: Testauswertung
Anforderung: objektiv, genau, ökonomisch, deshalb Benutzung von Schablonen und Ergebnisprotokollen
Intelligenzmessung: Testinterpretation
in Bezug auf Manualdaten und zugrundeliegender Theorie
Nachteile von Intelligenztests (Halling et al., 2004)
Statusdiagnostik, messfehlerbehaftete Ergebnisse, Ergebnisse sind testabhängig. Wichtigkeit der Reliabilität (für Konfidenzintervalle, kritische Differenzen)
D2-Aufmerksamkeits-Belastungstest (Brickenkamp, 1962, 2002)
Durchstreichtest, 14 Zeilen, Unterscheidung: Auslassungs- und Verwechslungsfehler. + fälschungsresistent, reliabel, valide, ökonomisch - bildet nur visuelles Abtasten ab
FAIR - Frankfurter Aufmerksamkeits-Inventar (Moosbrugger, 1996)
Aufmerksamkeit als Grundvoraussetzung für Bewältigung kog./intell. Aufgaben, Unterstreichen von Nicht-Items, 640 Items, + reliabel, fälschungssicher, ökonomisch, - testet nur visuelle Aufmerksamkeit
KLT-R - Konzentrations-Leistungstest (Düker et al., 2001)
Testet Konzentrationsfähigkeit anhand 180 Items, komplexe Rechenaufgaben (nur plus und minus), Dauer: 18 Minuten, + Verlauf kann durch hohe Dauer dargestellt werden, - hohe Korrelation von Rechenfähigkeit und Konzentrationstestung
Konfidenzintervalle
es kann mit hoher Wahrscheinlichkeit gesagt werden, dass der wahre Wert sich in diesem Bereich befindet
Konfidenzintervall unter Annahme Äquivalenzhypothese
KI = X +/- z * SE(M); SE(M)=Standardmessfehler
Konfidenzintervall unter Annahme Regressionshypothese
KI = T +/- z * SE(E); SE(E)=Standardschätzfehler
Kritische Differenz
Ab wann unterscheiden sich zwei Werte signifikant und nicht nur durch Zufall.